Was macht man eigentlich, wenn einen ein anderer komplett „auf die Palme bringt“? Ich habe eine Frau gefragt, die sich damit auskennt (und – es ist ja gerade Buchmesse
– ein Buch zum Thema veröffentlicht hat!): Gitte Härter ist Autorin diverser Bücher und gibt auch sonst viele Tipps als Schreibcoach sowie in ihren Blogs (zum Beispiel Schreibnudel.de und Unternehmenskick.de). Toll an ihr finde ich, wie sie die Dinge beim Namen nennt und auf den Punkt bringt. Aber lesen Sie selbst! Viel Vergnügen!
Liebe Frau Härter, Ihr neues Buch heißt “30 Minuten Arschlöcher zähmen”. Wie kam es zu diesem starken Buchtitel?
Meine Buchidee war „Wie man mit Arschlöchern umgeht“: Es geht mir nicht um „schwierige Gespräche meistern“ und auch nicht um Dinge, die einen nerven. Der Kraftausdruck ist schon Absicht, denn mir geht es um Verhaltensweisen/Personen, die uns so stark treffen oder beeinträchtigen, dass sie uns so richtig aus der Fassung bringen.
Welche Sorte Menschen bezeichnen Sie persönlich als Arschloch und warum?
Ihre Frage zeigt bereits das Wichtigste auf: Wenn wir jemanden mit einem Kraftausdruck belegen, dann geht uns etwas ganz enorm an die Nieren. Und welche Verhaltensweisen das sind, das ist natürlich total individuell!
Für das Buch habe ich zehn Verhaltensweisen zusammengestellt, die die meisten Menschen besonders schlimm finden: Wenn das Vertrauen missbraucht wird; der andere nicht verlässlich ist; Egoismus; Unehrlichkeit; Ignoranz; Ungerechtigkeit; verletzt werden; Respektlosigkeit; zweierlei Maß; andere üben Macht über mich aus.
Jede dieser Verhaltensweisen hat unterschiedliche Aspekte, aber man sieht daran schon, dass einen manche Dinge nicht großartig treffen, viele eher unter die Rubrik „finde ich blöd/nervig“ fallen und einige davon einen so richtig aus der Fassung bringen. Ich zum Beispiel komme total gut damit klar, wenn jemand cholerisch ist. Das trifft mich nicht. Damit kann ich umgehen und mich behaupten. Für andere ist jemand der rumschreit und unfair ist, ein Arsch.
Persönlich finde ich es so richtig arschlochmäßig, wenn jemand andere bewusst verletzt oder klein macht. Wenn jemand seine/n Partner/in zum Beispiel absichtlich immer wieder eifersüchtig macht, um sich besser zu fühlen. Oder wenn Leute bösartige Kommentare über das Äußere anderer machen – das kann Lästern sein oder aber auch schmerzhafte direkte Kommentare.
Ansonsten wechselt das Empfinden natürlich auch: Worum geht es, wer ist das Gegenüber und wie ist die eigene Tagesform. Auch diese Parameter entscheiden darüber, ob wir etwas als unmöglich werten oder einfach mit den Schultern zucken.
Gibt es Unterschiede zwischen Arschlöchern im Privaten Bereich und solchen im Business-Kontext?
Ich finde nicht. Manche Menschen fühlen sich gehemmter oder gar ohnmächtig, weil sie sich in einem Abhängigkeitsverhältnis befinden und denken, sie müssten dadurch bestimmte Verhaltensweisen erdulden.
Das ist aber nicht zwingend für jeden der Beruf. Man könnte jetzt meinen: „Aber wenn mein Chef der Arsch ist, dann kann ich dagegen ja nichts machen“ oder „Mit dem Kollegen habe ich jeden Tag zu tun, der ist halt so, die anderen sagen das auch.“
Es gibt so viele Menschen, die sich im privaten Umfeld alles gefallen lassen. Bei manchen Beziehungen wird mir echt schlecht, wie einer mit dem anderen umgeht – aber aus Angst, dass Schluss sein könnte oder aus übersteigertem Harmoniebedürfnis hält eine/r die Klappe.
Ich finde, dass es keinen Unterschied geben darf! Das hat mit der Selbstachtung und Selbstfürsorge zu tun. So spricht man nicht mit mir. So geht man nicht mit mir um! Read the rest of this entry »

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