Was gute PR-Berater mit dem Schauspieler Will Smith gemeinsam haben

Vor kurzem erschien ein wunderbares und viel beachtetes Interview mit dem Schauspieler Will Smith auf Wirtschaftswoche.de. Hierin berichtete er über die Geheimnisse seiner Karriere. Nach eigenen Aussagen besitzt er nicht unbedingt das meiste Talent, verglichen mit anderen Stars. Was ihn auszeichnet sind harte Arbeit, positive Energie und Beständigkeit.

Bei einigen Zitaten im Text, die ich weiter unten aufgeführt habe, musste ich heftig nicken – denn diese Haltung gilt nicht nur für erfolgreiche Schauspieler. Auch erfolgreiche PR-Leute handeln nach diesen Prinzipien!

Schauen wir uns die Kernaussagen von Will Smith doch einfach mal an:

„Aber harte Arbeit ist in der Tat das wichtigste Prinzip. Egal in welchem Beruf Sie tätig sind, Sie müssen Zeit darin investieren.“

Harte Arbeit – dies zeichnet auch den PR-Alltag aus, nicht etwa nur „Cabrio und Sonnenbrille“, wie man bei zu hohem Soap-Opera-Konsum denken könnte. Man muss als PR-Berater tatsächlich viel Zeit investieren. Das Ziel muss dabei sein, ein hohes Verständnis für folgende Bereiche zu entwickeln: Die Themen des Unternehmens (oder wenn man in einer PR-Agentur arbeitet: der Kunden) zu verstehen, die Ziele zu verstehen und auch die Medien zu verstehen, in denen man gerne drin stehen möchte. Das heißt unterm Strich: Diese Themen beobachten, Zeitschriften lesen, sich mit Redaktionen austauschen, Google Alerts und andere Quellen zu den Kernthemen auswerten, in den Social Media präsent sein, die Trends erkennen, bevor sie Trends sind, mit Kollegen reden… und daraus die richtigen Strategien für die PR und Pressearbeit ableiten.

„Bei einer Beziehung gilt genau das Gleiche. Sie können nicht erwarten, Erfolg zu haben, wenn Sie nicht bereits sind, dieser Angelegenheit eine Mindestzahl von Stunden pro Tag zu widmen.“

Beziehungsmanagement ist für einen PR-Berater ohnehin das A und O: Neben den Beziehungen zu den Informationsträgern im eigenen Unternehmen oder beim Kunden (das muss nicht nur der Chef sein… es kann sich auch um eine gut vernetzte Assistentin handeln!) müssen auch Redaktionskontakte aufgebaut und gepflegt werden. Das bedeutet nicht, dass man Hinz und Kunz mit unwichtigen Dingen ständig belästigen soll oder anrufen muss, wenn auch mal gerade kein Thema ansteht. Was viel besser wirkt, ist der richtige Hinweis zum Beispiel auf eine Veranstaltung, ein wertvoller Lesetipp oder auch vielleicht Informationen in Bezug auf ein Hobby, welches die Bezugsperson hat. Mit solchen Anregungen kann man schon mal vorsorglich positiv auf das Beziehungskonto einzahlen.

Beziehungspflege zu Redaktionen funktioniert übrigens auch optimal auf Social Media: Wer mit Medienleuten vernetzt ist und hier Beiträge liked, teilt, retweetet und kommentiert oder Fragen beantwortet, kann sich einen Logenplatz im Netzwerk des Redakteurs erarbeiten. So wird man garantiert nicht mehr vergessen!

 

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„Mein Vater sagte immer zu mir: Glück besteht darin, wenn Vorbereitung und Chance aufeinandertreffen.“

Vorbereitung ist das Stichwort: Als PR-Berater sollte man sich auf Treffen und Telefonate exzellent vorbereiten. Wichtig ist, sich ein Ziel für den jeweiligen Termin zu setzen: Was will man eigentlich erreichen? Einen Folgetermin vereinbaren? Den anderen zu einem „ja“ bewegen? Eine Berichterstattung initiieren? Außerdem gilt es, vorab alle Eventualitäten und mögliche Fragen zu bedenken und die richtigen Antworten parat zu haben. Kann man manche Antworten dennoch nicht geben, dann ist dies nicht schlimm, wenn man ehrlich sagt: „Ich Ihnen die Antwort gerne bis morgen nach.“ Und ebenfalls wichtig: Vereinbaren Sie immer die nächsten Schritte. Nicht nur einen! So sind Sie anderen immer zwei Schritte voraus ;-)

„Es ist nicht so, dass Ihnen jemand eine Chance gibt. Vielmehr müssen Sie müssen schon an der richtigen Stelle stehen, wenn sich dieser Jemand umdreht. Die Verantwortung liegt also bei Ihnen. Sie müssen ständig bereit sein.“

Dies ist tatsächlich die Kür: Idealerweise hat man genau dann ein passendes Thema für einen Redakteur parat, wenn dieser es auch wirklich benötigt J Hierzu muss ein PR-Berater vor allem blitzschnell schalten können. Wie schon erwähnt: Hierfür muss er definitiv sein Unternehmen, seine Kunden und seine Themen in- und auswendig kennen und verstanden haben!

„Am Anfang meiner Karriere analysierte ich die Filme, die in den letzten Jahren am populärsten waren. Die meisten davon hatten Spezialeffekte, Fabelwesen und eine Liebesgeschichte. Und genau die suchte ich mir erst mal aus, um dort mitzuspielen.“

Das ist ein sehr cleverer Tipp von Will Smith – sofort umsetzbar auch in der Pressearbeit. Natürlich sollte man sich intensiv damit auseinandersetzen, welche Themen die Zielpublikationen in ihren aktuellen Ausgaben wie aufbereiten. Hieraus kann man sofort eigene Themen für die Kommunikation ableiten. Und natürlich auch Ideen, in welcher Form man einen eigenen Beitrag vorschlagen könnte: Als Interview, als Checkliste, als klickbare Bilderstrecke für die Webseite… Zeitungslektüre ist die beste Inspiration, um neue Themen zu finden, mit denen man bei einer Redaktion auch wirklich ankommt.

„Man muss begreifen, dass die Qualität eines Films und sein Erfolg voneinander unabhängig sind. Grundsätzlich. Jeder Film kann an der Kasse funktionieren, solange er richtig vermarktet wird.“

Eine Erkenntnis, die sich auch 1:1 in unserer Erfahrung in der Pressearbeit wiederspiegelt. Ein Produkt kann noch so gut und innovativ sein – wenn die Kommunikation nicht stimmt, kennt niemand das Produkt und es verkauft sich dadurch schlecht. Umgekehrt lassen sich aber mit der richtigen Kommunikation sogar Fans und Käufer für Produkte und Lösungen finden, die womöglich noch in der Betaphase sind. Optimal ist es natürlich, wenn die Qualität des Produkts perfekt ist und man dann auch noch die Pressearbeit strategisch ausrichtet. (Tipp: Mit der richtigen PR-Agentur kann die Pressearbeit auch auf Erfolgskurs gebracht werden. Sogar so, dass sie vertriebsunterstützend wirkt. Aber das nur am Rande!)

„Mir war klar, wenn ich diese Furcht (gemeint ist die Rolle im Film „Ali“, der an der Kasse nicht überzeugen konnte, Anmerkung des Autors) überwinde, dann werde ich eine ganz andere Tiefe als Schauspieler erreichen. Dann kann ich eine Vielfalt von Rollen spielen, wie ein Johnny Depp das macht.”

Ist es nicht in jedem Job so? Wenn man richtig erfolgreich sein möchte, muss man irgendwann mal aus seiner Komfortzone herauskommen und auch neue, bislang ungekannte Aufgaben übernehmen. Ein Beispiel hierfür ist möglicherweise (jeder tickt da ja anders!) in der PR, auch mal eine Präsentation beim Kunden zu halten oder ein Webinar für viele Teilnehmer zu geben. Das ist für die meisten Menschen schon eine Herausforderung, wenn man dies das erste Mal macht. Und wenn man es einmal geschafft hat, dann kann man auch hier eine ganz andere Tiefe (zum Beispiel in Form von Selbstsicherheit) erreichen.

Daher konzentriere ich mich auf das, was aktuell geschieht. Ich akzeptiere sozusagen die Welle, die auf mich zukommt und versuche sie zu reiten, egal, wohin sie rollt.“

Dies ist, bezogen auf die PR-Branche, ganz klar noch mal die Aufforderung: Kommuniziert Themen, die gerade zum Trend werden, reitet die Welle, die ganz offensichtlich auf den Markt zukommt! Und nutzt auch Kanäle wie Social Media – diese sind aus dem heutigen Kommunikationsmix nicht mehr wegzudenken. Nur mit alt bekannten Methoden kann man heute in der Pressearbeit und im Kontakt mit Kunden nicht mehr punkten. Da müssen schon auch neue Ideen aufgegriffen und neue Wege im Kommunikations-Mix genommen werden.

(Bezogen auf die eigenen Kinder:) „Wir halten sie an, eigenständig zu entscheiden – wir geben Ihnen nur die Informationen, die dafür nötig sind.“

Auch dies ist sicherlich nicht nur ein Thema in der Schauspielerei: Eigenständige Entscheidungen im eigenen Verantwortungsbereich zu treffen auf der Basis vorliegender Informationen, das muss ein PR-Mann oder eine PR-Frau einfach tun, und zwar ohne für jede Frage vorher den Chef zu konsultieren. Klar, eine Entscheidung kann auch mal falsch sein. Wenn man sie aber dennoch begründen kann, war es richtig, dass man sie getroffen hat. Kommen Sie ins Tun! Nur so können Sie erfolgreich PR und Pressearbeit betreiben!

Wie ist Ihre Sicht? Gibt es aus Ihrer Erfahrung weitere Dinge, die man sich bei einem erfolgreichen Schauspieler wie Will Smith für den eigenen PR-Erfolg abschauen kann?

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