Social-Media-Trend 2011: Warum viele Unternehmen mit ihren Aktivitäten in Social Media keinen Erfolg haben werden

Mir wurde in den letzten Tagen schon ein paarmal die Frage gestellt: Was sind die Trends für Social Media in 2011? Worauf werden wir uns einstellen müssen?

Markus Walter hat in die Kristallkugel geschaut

Ich bin mir sicher (und die Aussage überrascht wahrscheinlich auch nicht), dass im kommenden Jahr noch sehr viel mehr Unternehmen auf den Social-Media-Zug aufspringen werden als bisher. Durch die Tätigkeit als Kommunikationsberater und Referent unter anderem zu Social-Media-Themen weiß ich, dass viele Firmen gerade zum Jahreswechsel quasi in den Startlöchern stehen, um ihre Planungen umzusetzen.

Sicher bin ich mir aber auch, dass es für viele Unternehmen ein böses Erwachen geben wird. Dann nämlich, wenn zwar viel Zeit in die Einrichtung und Pflege von Twitter, Blog und Facebook investiert wird, die Follower, Klicks und Fans aber sich nicht so einstellen wie gehofft. Schon heute bleiben die Erfolge von Social Media weit hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück.

Unpassend für Social Media: Glattgebügelte Marketingsprache

So beobachten wir seit Monaten beispielsweise zahlreiche Twitter-Accounts, die mit belanglosen Links zu den eigenen Marketingseiten bestückt werden. Hin und wieder – bei unverfänglichen Themen – gibt es mal einen Retweet. Die passenden Blogeinträge hierzu gibt es noch als Dreingabe, glattgebügelt mit Marketingsprache, die man auch schon aus den Pressemeldungen kennt, gewürzt mit vielen (und immer gleichen) Substantiven und natürlich wieder mit den obligatorischen Links zur Webseite. Bei Facebook das Gleiche in grün. Allein: Der Traffic bleibt aus. Neue Aufträge und der Return on Invest sowieso. Warum eigentlich?

Was bei den meisten Firmen nicht stattfindet, ist die generelle Beteiligung am öffentlichen Dialog, ja, ich beurteile das sogar als Desinteresse am Social Web und damit auch der Zielgruppe überhaupt. Denn wie will ich von etwas profitieren, was ich nicht beobachte und von dessen Begeisterung ich mich nicht anstecken lasse? Es wird (von außen zumindest nicht erkennbar) kein Kontakt zu Multiplikatoren aus der eigenen Branche geknüpft und auch nicht in anderen Blogs kommentiert oder diese gar verlinkt (obwohl sich da einige Unternehmen gerade aus der IT-Welt eigentlich hervorragend unterstützen könnten). Und es wird auch nichts Persönliches oder Authentisches aus dem Arbeitsalltag in den Social-Media-Kanälen kommuniziert. Insgesamt mangelt es an „Würze“, dem Speziellen, zum Beispiel auch mal an Meinungen und Kommentaren mit Ecken und Kanten.

Und nicht zuletzt fehlt das Commitment aus dem Unternehmen. Niemand hat die Kanäle in der E-Mail-Signatur, in Präsentationen, auf Visitenkarten oder auf anderen prägnanten Kommunikationsmitteln. Keiner aus dem Kollegium stellt bei XING mal eine Statusmeldung zum aktuellen Blogartikel oder zur Fanpage her. Hier wird einfach nicht erkannt, wie wichtig es ist, dass Social Media im gesamten Unternehmen gelebt wird und nicht nur von einer einzelnen Person. Die Haltung ist hingegen in der Regel: „Ach, lass die vom Marketing mal machen!“

Menschen im Social Web möchten Spaß und Mehrwerte

Meine These: Nur Tweets, Blogbeiträge, Statusmeldungen, Facebookseiten, die es schaffen, Neues, Provokantes, Mehrwerte, Persönliches oder Spaß zu bieten, finden überhaupt Beachtung. Wer sich mit einer gelungenen Mischung aus solchen Inhalten eine eigene Community aufbaut, dem wird dann auch mal ein werblicher Inhalt verziehen. Wer aber nicht versteht, warum die Zielgruppe Social Media nutzt, der wird hier auch niemals Erfolge in Form von mehr Wahrnehmung, Feedback, Empfehlungen und letzten Endes dann Umsatz generieren.

Welche Trends andere Experten für Social Media 2011 sehen, haben wir hier als Auswahl zusammengestellt:

 myON-ID-Media: „Social Media 2011“ – Experten geben einen Ausblick auf kommende Entwicklungen
Medientrainerblog: “Agenda 2011 – wohin geht’s in PR und Social Media?” 
t3n-Magazin: Mega-Trends 2011 – Das sagen Experten voraus
PRSEO: Social-Media-Trends für 2011

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  1. Carsten König’s avatar

    Hallo Herr Walter,

    da kann ich Ihnen nur zustimmen, sehr passend geschrieben! Social Media heißt ja nicht umsonst Social Media. Daher gehört es vom Marketing auf den Weg gebracht und muss von den Fachabteilungen gelebt werden!

    Herzliche Grüße aus dem verschneiten Münsterland

    Carsten König

  2. Daniel Vossems’s avatar

    Auch ich stimme ganz klar zu.

    Beim Inhalt sollte man tatsächlich nicht nur auf die Quantität, sondern vor allem auch auf die Qualität achten, um Leseimpulse zu setzen. Denn was nützt es, wenn ich ein gut bestücktes, Unternehmensprofil zum Beispiel auf Facebook besitze, das aber niemanden interessiert?

    Klar ist aber auch: Ohne die nötige Erfahrung und gute Konzepte wird es vielen schwer fallen, echte “Eyecatcher” zu posten.

    Viele Grüße
    Daniel Vossems

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