Politiker nutzen die Sommerpause zur Eigen-PR

©Deutscher Bundestag / Studio Kohlmeier

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Deutschland und seine Politiker schwitzen und sehnen sich nach Abkühlung. Gut, dass in Berlin und den Hauptstädten der Bundeslänger gerade die politische Sommerpause begonnen hat. Die Politiker haben sich in den Urlaub verabschiedet. Allerdings nicht ohne das nachrichtenarme „Sommerloch“ noch für ihre Eigen-PR zu nutzen. So war während der letzten Tage in verschiedenen Medien – print wie online – zu lesen, wo sie in diesem Jahr ihre Ferien verbringen.

Dahinter steckt ganz klares PR-Kalkül. Mit den bewusst an die Medien herangetragenen Urlaubsplänen wollen die Politiker besonders sympathisch und volksnah erscheinen. Wie andere Urlauber auch sehnen sie sich nach Entspannung, wollen in den Bergen wandern oder ein gutes Buch lesen. Weiter als ins europäische Ausland fährt kaum einer, viele bleiben sogar in Deutschland. Damit können sich auch diejenigen identifizieren, die beispielsweise aus Geldmangel ebenfalls nicht weit wegfahren können.

So fahren Roland Koch und Wolfgang Schäuble an die Nordsee, während SPD-Chef Sigmar Gabriel ein paar Tage an der Ostsee verbringt. An den Bodensee zieht es Rainer Brüderle, Norbert Lammert und Annette Schavan. Besonders beliebt ist Südtirol, dort gehen Frank-Walter Steinmeier, Kristina Schröder und oft auch die Bundeskanzlerin wandern. Betont familienfreundlich gibt sich Ursula von der Leyen, die mit ihren sieben Kindern in eine österreichische Almhütte fährt. Und wer hätte gedacht, dass Hessens Umweltministerin Silke Lautenschläger einen Campingurlaub an der französischen Atlantikküste plant?

Viele Politiker lassen sich in ihrem Urlaub auch PR-tauglich ablichten. Auf Fotos ist beispielsweise Angela Merkel im Freizeitdress beim Wandern zu sehen. So werden die oft als weltfremd bezeichneten Politiker wieder etwas menschlicher. Es gibt sogar ein Buch, das die meist inszenierten Urlaubsbilder der Politiker analysiert. Aber Achtung! Nicht jedes Bild eignet sich für positive PR. Helmut Kohl etwa wurde in der Satirezeitschrift Titanic als Oberförster inmitten von Bundespolitikern in Tiergestalt dargestellt. Grund: Er und seine verstorbene Frau Hannelore ließen sich meist mit Tieren fotografieren. Oder Rudolf Scharping, der wegen Urlaubsbildern, die ihn ausgelassen im Pool zeigten während der Kosovo-Einsatz der Bundeswehr begann, zurücktreten musste. Die Eigen-PR der Politiker in der Sommerpause sollte daher gut durchdacht sein.

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