Über den gestern durch die Presse bekanntgegebenen Amtsrücktritt von Hessens Ministerpräsident Roland Koch herrschen geteilte Meinungen. Viele sind froh, dass der Hardliner von der politischen Bildfläche verschwindet und Platz macht – vielleicht auch für einen Machtwechsel in Hessen.
Wer seinen Rückzug aus der Politik heute hingegen schon bedauert, macht Michael Spreng deutlich: Die Medien! Der ehemalige Chefredakteur der BamS bringt es bei Meedia.de auf den Punkt: „Versuchen Sie mal, mit Ronald Pofalla ein spannendes Interview zu machen.“

Weitere Aussagen zum Rücktritt zeigen deutlich, warum sich die Medien gerne mit Roland Koch auseinander setzen:
“Alle Leute mit klaren Positionen, einem ausgeprägten Machtbewusstsein und polarisierenden Meinungen reizen die Medien. (…) Allerdings war er auch kein Weichspüler. Er ist ein hochintelligenter Politiker mit einer tatsächlich hohen Wirtschaftskompetenz. Sein Motto könnte gelautet haben: Nur die Harten kommen in den Garten.”
Michael Spreng, ehemaliger BamS-Chefredakteur und Politik-Berater (Quelle)„Egal wie man zu Koch steht – er hatte eigenständige Positionen, er gehörte nicht zu den Ja-Sagern.“
Gesine Lötzsch, Chefin der Linkspartei (Quelle)„Ich freue mich auch nach seinem angekündigten Rückzug aus der Politik weiterhin auf kluge und geschliffene Gedanken zum Zeitgeschehen.“
Christine Lieberknecht (CDU), Ministerpräsidentin von Thüringen (Quelle)
Roland Koch provozierte regelmäßig, brachte unbequeme Wahrheiten auf den Tisch: Oft waren seine Einschätzungen recht realistisch, sodass viele ihm in Diskussionen zugestehen mussten: „Im Grunde hat er ja recht.“
Unbequeme Wahrheiten
Eines können Unternehmen bei der Pressearbeit von Koch lernen:
Lieber polarisieren statt weichspülen, lieber Klartext als Wischi-Waschi-Aussagen!
Viele Unternehmer scheuen sich, zu aktuellen Situationen oder Fragestellungen in ihrer Pressearbeit klar Position zu beziehen. Dabei bietet das Tagesgeschehen oft hervorragende Kommunikationsanlässe, die man in Form kurzer Presse-Statements aufgreifen kann. Und: Die Presse liebt es, wenn jemand sagt, was Sache ist. Sehr schnell hat man die Chance, zu aktuellen Themen ein kurzes Interview zu geben und somit über die Pressearbeit eine hohe Wahrnehmung im Markt zu erlangen.
Allerdings – dies sei auch nicht verschwiegen: Man muss dabei auch mal den Gegenwind, der möglicherweise von Wettbewerbern und Kritiern über deren Pressearbeit kommen könnte, ertragen können. Aber nur so bleibt man im Gespräch!
**Edit (28.05.): Weiterführendes zu diesem Thema lesen Sie im PR-Report: “Ohne Schnickschnack Koch”
Tags: Interview, Medien, PR, Presse-Statements, Pressearbeit, Reputation, Roland Koch, Tipps




No comments
Comments feed for this article
Trackback link: http://www.visuellepr.de/2010/05/26/was-unternehmen-von-roland-koch-fur-ihre-pressearbeit-lernen-konnen/trackback/